Freitag, 12. Juni 2009

Climbing Mt. Ngauruhoe



Das tolle Sonnen-Winterwetter sollte auch noch bis zum nächsten Wochenende anhalten, so dass Saskia, Martin und ich gleich noch einmal hoch gefahren sind. Samstagabend ging es bei Sternenhimmel zur Mangatepopo Hut – Mt. Ngauruhoe und Tongariro sehen im Vollmondlicht einfach fabelhaft aus! Zu später Stunde kamen dann noch vier Kerle vorbei, die es sich in den Kopf gesetzt hatten, Mt. Ngauruhoe in der Nacht zu besteigen und dann dort auf den Sonnenaufgang zu warten. Das klang zwar irgendwie romantisch, aber die Aussicht auf eine warme Nacht im Schlafsack fand ich dann doch etwas verlockender...

Am nächsten Morgen war dann zeitiges Aufstehen angesagt, was sich aber absolut lohnen sollte. Wenn sich die ersten Sonnenstrahlen über die Berge kämpfen und die ganze Schneelandschaft in der Morgensonne glitzert – ein Traum! Am Sattel angekommen, war es dann an der Zeit die Steigeisen anzuschnallen und den Eispickel rauszuholen. Im Vergleich zu Ruapehu vor 5 Wochen waren die Steigeisen diesmal wirklich mehr als nötig. Damals hatten wir besten Puderschnee, so dass man ohne Probleme den Berg hoch kam. Mt. Ngauruhoe jedoch war um einiges steiler – und komplett vereist. Da wollte man sich dann doch nicht wirklich drüber Gedanken machen, was passieren würde, wenn man denn doch mal doof ausrutschen würde... :) Doch der fantastische Blick über den schneebedeckten Tongariro bis hinter zum Lake Taupo machte alle Mühen wett. Beim Aufstieg kamen uns dann auch die Kerle von gestern entgegen – wesentlich schweigsamer als am Abend zuvor, aber anscheinend haben diverse Pinguintänze und Wettrennen um den Krater dazu beigetragen, dass ihre Zehen während der langen kalten Nachtstunden nicht komplett eingefroren sind... ;)

Auch wenn ich immer dachte, viel besser können meine Trips nicht mehr werden: das war mit Abstand mein eindrucksvollster und schönster Climb!

Queens Birthday Weekend

Nach mehreren Wochen mit dem typischen Palmy-Ekel-Regen-Winterwetter, bei dem man von Woche zu Woche immer hibbeliger wird, weil man an den Wochenenden nichts richtiges unternehmen kann und man ganz meschugge wird vor lauter drinne sitzen, waren wir alle mehr als reif, mal wieder aus Palmy rauszukommen. Also wurden am Queens-Birthday-Weekend fix die Sachen gepackt und auf ging es in den Norden zur MUAC-Hütte.

Aus den geplanten Touren am Ruapehu sollte dann aber doch nichts werden, da wir aufgrund eines Schneesturmes die Hütte am nächsten Morgen verlassen mussten. Die Alternative wäre gewesen, weitere drei Tage auszuharren, bis die Straße nach Ohakune wieder offen sein würde... Der obere Teil der Straße war schon mehr als vereist, so dass die Autos von einem Truck „runter gelassen“ werden mussten, damit wir nicht in den nächsten Graben rutschen würden. Ein gewisser Ösi hatte seinen Spaß dabei: „Fast wie Ski fahren!“ Was gibt es aber bei einer solchen Kälte besseres, als sich in ein paar Hot Pools wieder aufzuwärmen? In der Nähe von Taupo haben wir es uns dann deshalb im wohlig warmen Wasser gemütlich gemacht.





Am nächsten Tag hatte sich der Schneesturm verzogen und so konnten wir doch noch einen Ausflug in den Nationalpark wagen. Während Erich und Steve sich bei einem locker entspannten 21km Trainingslauf auf ihr baldiges Hill Race vorbereiteten, zog ich mit den anderen zu den Soda Springs, die am Beginn des Tongariro Crossings liegen. Frischer Puderschnee und strahlender Sonnenschein haben zu der einen oder anderen wilden Schneeschlacht geführt. Genial!

Mittwoch, 20. Mai 2009

Goodbye Goofy


Nach über 10 Monaten, die wir durch dick und dünn gegangen sind, mussten wir nun leider von einander Abschied nehmen: Goodbye Goofy!

Nach anfänglichen Schwierigkeiten kurz nach der Adoption (Natürlich geht der Alarm mit voller Lautstärke direkt vorm Eingang von Pak'n'Save los....) und bockigen Phasen in der Pubertät („Three girls get schlepped up at the same time... - By a trucker!“) hatten wir eine wunderbare Zeit miteinander, haben zahlreiche Abenteuer erlebt („That's not an earthquake. – That's just a sheep cuddling with Goofy...“ ;) ) und viele tolle Gegenden Neuseeland's erkundet.

Beim Schlaglöcher-Parcour auf Schotterstraßen jubeln, wenn er doch nur zwei Mal aufgesessen hat (Wer kommt eigentlich auf die Idee einen 4WD tiefer zu legen?!?). Nachts irgendwo zu parken und im Auto liegend den Mud Pools beim Blubbern zuhören oder die Sterne am Himmel zählen.

Goofy my boy, I'll miss you!

Montag, 11. Mai 2009

Kuriosität

Immer wieder lustig beim Blick auf die Wetterseite des Vertrauens: "recommended layers of clothing".

Da fragt man sich ja, wer denn bitte auf eine solche Idee gekommen ist... Hmm, vielleicht gibt es ja ein paar Kiwis, deren Haus zu Abwechslung mal isoliert ist und bei denen sich die Innentemperatur tatsächlich merklich von der Außentemperatur unterscheidet und die eben deswegen nicht merken, wenn es draußen kalt ist und man sich deshalb doch etwas wärmer anziehen sollte. Das wäre ja gut und schön, aber warum bitte wird dann sowas wie folgt empfohlen?



Bei Temperaturen, wo für die Europäer unter uns die Wärmflasche der beste Freund ist und man die dicke Jacke am liebsten auch im Labor anlassen will, gibt es tatsächlich noch so einige Kiwis, die noch immer in Shorts, Flip Flops und nur mit einem kurzen Shirt rumlaufen. Irgendwie scheint sich das Wärmegefühl von Europäern und Kiwis doch dramatisch zu unterscheiden...

Weird. Really weird.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Ruapehu-Wochenende

Marco hatte vor nicht allzu langer Zeit Geburtstag und Bruno wollte Abschied feiern – Grund genug, sich mit einem riesigen Trupp Leuten die Hütte vom Alpine Club am Ruapehu, dem höchsten Gipfel der Nordinsel, zu mieten und sich dort zu vergnügen.

Die große Meute kam erst am Samstag, so dass wir es uns Freitag abend in aller Ruhe gemütlich machen konnten und sich die Spielkinder (=Männer) unter uns schon mal am „ice axt traverse“ (mit 2 Eispickeln sich an den an einem der Deckenbalken eigens für diesen Zweck befestigten Haken von einer Seite zur anderen Seite hangeln) austoben konnten.



Was man in der Dunkelheit am Vorabend schon erahnen konnte, war am Samstag morgen ganz offensichtlich: Ruapehu war schon ordentlich eingeschneit! Zwar nur so das oberste Drittel, aber das hat schon gereicht, dass Eispickel und Steigeisen nötig waren, um den Gipfel zu erklimmen. So ging es also entlang der stillgelegten Skilifte nach oben, um dann an der Schneegrenze die Crampons anzuschnallen und loszustapfen. Das hat wirklich einen Heidenspaß gemacht und außerdem kam man doch um einiges schneller voran, als wenn man über das ganze Geröll hätte nach oben klettern müssen. So waren wir recht fix auf dem Gipfel (2797m) und waren dort die ersten, die im frischen Schnee ihre Spuren hinterlassen konnten und Blick auf den türkisblauen dampfenden Kratersee hatten. Wirklich beeindruckend!


Runter ging es dann rutschenderweise: auf den Schuhen hockend konnte man da ganz gute Geschwindigkeiten erreichen.... falls es dann doch mal zu schnell wurde fix den Eispickel in den Boden hauen, Vollbremsung machen und fertig (wobei letzteres zu einem wunderbaren Muskelkater geführt hat...). Freaking awesome playground for grown-ups... :)


Abends war dann große Party mit Potluck in der Hütte angesagt und Sonntags sind ein paar Leute noch mal auf den Gipfel hoch, während sich eine andere große Truppe auf den Weg zum Lake Surprise gemacht hat. Dann noch fix Hütte sauber machen und schon ging es nach einem tollen Wochenende zurück nach Palmy.

Mittwoch, 29. April 2009

Easter Break auf der Südinsel

Über Osternhabe ich ein paar Tage frei bekommen, so dass ein kleiner Trip auf die Südinsel drin war. Los ging es in Queenstown, wo erst einmal Ben Lomond bestiegen wurde, von welchem aus man einen klasse Blick über Lake Wakatipu hatte. In Wanaka ging es mit dem Fahrrad etwas am Lake Wanaka entlang, mit Blick auf tolle herbst-gelbe Bäume und Unmengen von Bergen. Die nächste Tour führte uns zur Müller Hut im Mount Cook Nationalpark; die ganze Zeit freier Blick auf Mt. Cook, nachts ein unglaublicher Sternenhimmel und am nächsten Morgen ein Sonnenaufgang wie aus dem Bilderbuch. Damit war das tolle Herbstwetter auch schon vorbei und am nächsten (Regen-)Tag gab es deshalb nichts besseres als in den Hot Pools in Hanmer Springs zu entspannen. Letztes Ziel der Reise war dann Arthur´s Pass Nationalpark, wo es auf den Avalanche Peak ging.




Jetzt bin ich schon wieder ein ganzes Weilchen fleißig im Labor und versuche zu ignorieren, dass das nasskalte Winter-Palmy-Wetter wohl langsam aber sicher Einzug halten wird :) Aber da es für mich zum Glück in 9 Wochen schon wieder Sommer wird, heißt es einfach: Augen zu und durch! ;)

Dienstag, 7. April 2009

Über den Wolken... - Climbing the summit of Taranaki

Nach einer ziemlichen heftigen Woche an der Uni, wo ich ziemlich rudern musste, um Labor, Hausarbeit und Seminarvorbereitung unter einen Hut zu bekommen, war Samstag morgen wieder Frühstart um 6 Uhr morgens angesagt, denn der Aufstieg auf Taranaki stand bevor.

Die Standardroute führt auf der Nordseite hoch, aber da es dort bei schönem Wetter zugeht wie zur Rush Hour, haben wir uns für die Route entlang der East Ridge entschieden. Eine wirklich abwechslungsreiche Strecke, die erst entlang eines Ski Fields und dann auf purem Fels nach oben führte. War zwar wie erwartet ziemlich steil, aber da es fast gar kein Geröll gab, ging es doch recht gut und nach vier Stunden waren wir auch schon oben auf dem Sharks Tooth. Von dort konnte man die bunte Meute auf dem Hauptgipfel beobachten, während wir im strahlenden Sonnenschein über den Wolken sitzend unser Lunch genossen haben. Einfach genial!



Nach einem kurzen, aber beängstigendem Abstieg über viele lose Steine in den Krater ging es hoch zum Hauptgipfel – der 360°-Rundblick ist einfach nur unbeschreiblich! Leider hat meine Kamera die meisten meiner Fotos gelöscht, drum müsst ihr mir das einfach mal so glauben... Im Abendlicht ging es dann auf der Südseite über ein riesiges steiles Geröllfeld nach unten zum Fantham's Peak, wo wir in der Syme Hut die Nacht verbringen wollten. Joost und Steve haben das mit dem „Scree-Surfen“ ganz gut hinbekommen, aber ich war dann doch ganz froh, als ich es endlich hinter mir hatte. Alle 10m fast hinzufallen und das Gefühl zu haben, ständig kurz vorm Beine verknoten und Knöchel verknicken zu stehen, ist jetzt nicht sooooo prall...

Am nächsten Morgen war wieder zeitiges Aufstehen angesagt, um einen phantastischen Sonnenaufgang mit Blick auf Mount Ruapehu in der Ferne zu erleben. Ja, und dann auch schon wieder mit ein bisschen Scree-Surfen und einem Stückchen durch den Wald nach unten zurück zum Auto.

Fazit: einer der besten Tracks bisher!