Freitag, 12. Juni 2009

Queens Birthday Weekend

Nach mehreren Wochen mit dem typischen Palmy-Ekel-Regen-Winterwetter, bei dem man von Woche zu Woche immer hibbeliger wird, weil man an den Wochenenden nichts richtiges unternehmen kann und man ganz meschugge wird vor lauter drinne sitzen, waren wir alle mehr als reif, mal wieder aus Palmy rauszukommen. Also wurden am Queens-Birthday-Weekend fix die Sachen gepackt und auf ging es in den Norden zur MUAC-Hütte.

Aus den geplanten Touren am Ruapehu sollte dann aber doch nichts werden, da wir aufgrund eines Schneesturmes die Hütte am nächsten Morgen verlassen mussten. Die Alternative wäre gewesen, weitere drei Tage auszuharren, bis die Straße nach Ohakune wieder offen sein würde... Der obere Teil der Straße war schon mehr als vereist, so dass die Autos von einem Truck „runter gelassen“ werden mussten, damit wir nicht in den nächsten Graben rutschen würden. Ein gewisser Ösi hatte seinen Spaß dabei: „Fast wie Ski fahren!“ Was gibt es aber bei einer solchen Kälte besseres, als sich in ein paar Hot Pools wieder aufzuwärmen? In der Nähe von Taupo haben wir es uns dann deshalb im wohlig warmen Wasser gemütlich gemacht.





Am nächsten Tag hatte sich der Schneesturm verzogen und so konnten wir doch noch einen Ausflug in den Nationalpark wagen. Während Erich und Steve sich bei einem locker entspannten 21km Trainingslauf auf ihr baldiges Hill Race vorbereiteten, zog ich mit den anderen zu den Soda Springs, die am Beginn des Tongariro Crossings liegen. Frischer Puderschnee und strahlender Sonnenschein haben zu der einen oder anderen wilden Schneeschlacht geführt. Genial!

Mittwoch, 20. Mai 2009

Goodbye Goofy


Nach über 10 Monaten, die wir durch dick und dünn gegangen sind, mussten wir nun leider von einander Abschied nehmen: Goodbye Goofy!

Nach anfänglichen Schwierigkeiten kurz nach der Adoption (Natürlich geht der Alarm mit voller Lautstärke direkt vorm Eingang von Pak'n'Save los....) und bockigen Phasen in der Pubertät („Three girls get schlepped up at the same time... - By a trucker!“) hatten wir eine wunderbare Zeit miteinander, haben zahlreiche Abenteuer erlebt („That's not an earthquake. – That's just a sheep cuddling with Goofy...“ ;) ) und viele tolle Gegenden Neuseeland's erkundet.

Beim Schlaglöcher-Parcour auf Schotterstraßen jubeln, wenn er doch nur zwei Mal aufgesessen hat (Wer kommt eigentlich auf die Idee einen 4WD tiefer zu legen?!?). Nachts irgendwo zu parken und im Auto liegend den Mud Pools beim Blubbern zuhören oder die Sterne am Himmel zählen.

Goofy my boy, I'll miss you!

Montag, 11. Mai 2009

Kuriosität

Immer wieder lustig beim Blick auf die Wetterseite des Vertrauens: "recommended layers of clothing".

Da fragt man sich ja, wer denn bitte auf eine solche Idee gekommen ist... Hmm, vielleicht gibt es ja ein paar Kiwis, deren Haus zu Abwechslung mal isoliert ist und bei denen sich die Innentemperatur tatsächlich merklich von der Außentemperatur unterscheidet und die eben deswegen nicht merken, wenn es draußen kalt ist und man sich deshalb doch etwas wärmer anziehen sollte. Das wäre ja gut und schön, aber warum bitte wird dann sowas wie folgt empfohlen?



Bei Temperaturen, wo für die Europäer unter uns die Wärmflasche der beste Freund ist und man die dicke Jacke am liebsten auch im Labor anlassen will, gibt es tatsächlich noch so einige Kiwis, die noch immer in Shorts, Flip Flops und nur mit einem kurzen Shirt rumlaufen. Irgendwie scheint sich das Wärmegefühl von Europäern und Kiwis doch dramatisch zu unterscheiden...

Weird. Really weird.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Ruapehu-Wochenende

Marco hatte vor nicht allzu langer Zeit Geburtstag und Bruno wollte Abschied feiern – Grund genug, sich mit einem riesigen Trupp Leuten die Hütte vom Alpine Club am Ruapehu, dem höchsten Gipfel der Nordinsel, zu mieten und sich dort zu vergnügen.

Die große Meute kam erst am Samstag, so dass wir es uns Freitag abend in aller Ruhe gemütlich machen konnten und sich die Spielkinder (=Männer) unter uns schon mal am „ice axt traverse“ (mit 2 Eispickeln sich an den an einem der Deckenbalken eigens für diesen Zweck befestigten Haken von einer Seite zur anderen Seite hangeln) austoben konnten.



Was man in der Dunkelheit am Vorabend schon erahnen konnte, war am Samstag morgen ganz offensichtlich: Ruapehu war schon ordentlich eingeschneit! Zwar nur so das oberste Drittel, aber das hat schon gereicht, dass Eispickel und Steigeisen nötig waren, um den Gipfel zu erklimmen. So ging es also entlang der stillgelegten Skilifte nach oben, um dann an der Schneegrenze die Crampons anzuschnallen und loszustapfen. Das hat wirklich einen Heidenspaß gemacht und außerdem kam man doch um einiges schneller voran, als wenn man über das ganze Geröll hätte nach oben klettern müssen. So waren wir recht fix auf dem Gipfel (2797m) und waren dort die ersten, die im frischen Schnee ihre Spuren hinterlassen konnten und Blick auf den türkisblauen dampfenden Kratersee hatten. Wirklich beeindruckend!


Runter ging es dann rutschenderweise: auf den Schuhen hockend konnte man da ganz gute Geschwindigkeiten erreichen.... falls es dann doch mal zu schnell wurde fix den Eispickel in den Boden hauen, Vollbremsung machen und fertig (wobei letzteres zu einem wunderbaren Muskelkater geführt hat...). Freaking awesome playground for grown-ups... :)


Abends war dann große Party mit Potluck in der Hütte angesagt und Sonntags sind ein paar Leute noch mal auf den Gipfel hoch, während sich eine andere große Truppe auf den Weg zum Lake Surprise gemacht hat. Dann noch fix Hütte sauber machen und schon ging es nach einem tollen Wochenende zurück nach Palmy.

Mittwoch, 29. April 2009

Easter Break auf der Südinsel

Über Osternhabe ich ein paar Tage frei bekommen, so dass ein kleiner Trip auf die Südinsel drin war. Los ging es in Queenstown, wo erst einmal Ben Lomond bestiegen wurde, von welchem aus man einen klasse Blick über Lake Wakatipu hatte. In Wanaka ging es mit dem Fahrrad etwas am Lake Wanaka entlang, mit Blick auf tolle herbst-gelbe Bäume und Unmengen von Bergen. Die nächste Tour führte uns zur Müller Hut im Mount Cook Nationalpark; die ganze Zeit freier Blick auf Mt. Cook, nachts ein unglaublicher Sternenhimmel und am nächsten Morgen ein Sonnenaufgang wie aus dem Bilderbuch. Damit war das tolle Herbstwetter auch schon vorbei und am nächsten (Regen-)Tag gab es deshalb nichts besseres als in den Hot Pools in Hanmer Springs zu entspannen. Letztes Ziel der Reise war dann Arthur´s Pass Nationalpark, wo es auf den Avalanche Peak ging.




Jetzt bin ich schon wieder ein ganzes Weilchen fleißig im Labor und versuche zu ignorieren, dass das nasskalte Winter-Palmy-Wetter wohl langsam aber sicher Einzug halten wird :) Aber da es für mich zum Glück in 9 Wochen schon wieder Sommer wird, heißt es einfach: Augen zu und durch! ;)

Dienstag, 7. April 2009

Über den Wolken... - Climbing the summit of Taranaki

Nach einer ziemlichen heftigen Woche an der Uni, wo ich ziemlich rudern musste, um Labor, Hausarbeit und Seminarvorbereitung unter einen Hut zu bekommen, war Samstag morgen wieder Frühstart um 6 Uhr morgens angesagt, denn der Aufstieg auf Taranaki stand bevor.

Die Standardroute führt auf der Nordseite hoch, aber da es dort bei schönem Wetter zugeht wie zur Rush Hour, haben wir uns für die Route entlang der East Ridge entschieden. Eine wirklich abwechslungsreiche Strecke, die erst entlang eines Ski Fields und dann auf purem Fels nach oben führte. War zwar wie erwartet ziemlich steil, aber da es fast gar kein Geröll gab, ging es doch recht gut und nach vier Stunden waren wir auch schon oben auf dem Sharks Tooth. Von dort konnte man die bunte Meute auf dem Hauptgipfel beobachten, während wir im strahlenden Sonnenschein über den Wolken sitzend unser Lunch genossen haben. Einfach genial!



Nach einem kurzen, aber beängstigendem Abstieg über viele lose Steine in den Krater ging es hoch zum Hauptgipfel – der 360°-Rundblick ist einfach nur unbeschreiblich! Leider hat meine Kamera die meisten meiner Fotos gelöscht, drum müsst ihr mir das einfach mal so glauben... Im Abendlicht ging es dann auf der Südseite über ein riesiges steiles Geröllfeld nach unten zum Fantham's Peak, wo wir in der Syme Hut die Nacht verbringen wollten. Joost und Steve haben das mit dem „Scree-Surfen“ ganz gut hinbekommen, aber ich war dann doch ganz froh, als ich es endlich hinter mir hatte. Alle 10m fast hinzufallen und das Gefühl zu haben, ständig kurz vorm Beine verknoten und Knöchel verknicken zu stehen, ist jetzt nicht sooooo prall...

Am nächsten Morgen war wieder zeitiges Aufstehen angesagt, um einen phantastischen Sonnenaufgang mit Blick auf Mount Ruapehu in der Ferne zu erleben. Ja, und dann auch schon wieder mit ein bisschen Scree-Surfen und einem Stückchen durch den Wald nach unten zurück zum Auto.

Fazit: einer der besten Tracks bisher!

Donnerstag, 26. März 2009

Busy, busy, busy...

Seit der Rückkehr nach Palmy ist bei mir volles Programm: Unter der Woche bin ich fleißig im Labor und arbeite an meinem Projekt und an den Wochenenden war ich bisher immer irgendwo in der Weltgeschichte unterwegs. Immer viel los, kaum zu Hause – aber ich genieße es in vollen Zügen :)


Weekend #1: Cuba Street Carnival in Wellington



Mit einem Kumpel und seinen Mitbewohnern ging es in die Hauptstadt, wo ein riesiges Straßenfestival mit Bands, Künstlern und vielerlei anderem Kram statt fand. Unter anderem haben wir uns das Wellington International Ukulele Orchestra angeschaut, die die Menge wirklich zum Kochen gebracht haben. Schaut mal hier.


Weekend #2: Mangatainoko Hot Pools

Was macht man an einem Wochenende, an welchem für die gesamte Nordinsel Regen angesagt ist? Man fährt in Richtung Norden zum Kaweka Forest Park, überquert einen (fast) reißenden Fluß mit einem Jeep und wandert 2h im strömenden Regen zu einem Hotpool, wo man es sich dann bei Wein, Bier und anderen geheimnisvollen Sachen im wohlig warmen Wasser gut gehen lässt.


Weekend #3: Holdsworth Circuit

Schon lange im Hinterkopf und nun auch endlich in die Tat umgesetzt: der Holdsworth Circuit in den südlichen Tararuas. Am Samstag ging es bei strahlendem Sonnenschein mit Blick über den ganzen Forest Park hoch zur Powell Hut. Dort hatte man nachts das Gefühl, dass es die Hütte gleich wegwehen würde, so windig war es da oben. Am nächsten Tag ging es dann auf die Tops, wo der Wind nicht wirklich weniger wurde und man durchaus Schwierigkeiten haben konnte, nicht ständig zur Seite „geweht“ zu werden. Aber der Teil des durch die Wolken laufens war nach 2,5h schon wieder vorbei und man hatte wieder tolle Blicke mit so manchem Regenbogen.



Weekend #4: Climbing at Whanganui Bay

Nach einer feucht-fröhlichen Cocktail-Party ging dann am Samstag morgen mehr oder weniger munter in Richtung Lake Taupo, wo es an der Whanganui Bay ein recht gutes Klettergebiet gibt. Nach meinen nicht ganz so erfolgreichen Klettereinlagen in den Port Hills bei Christchuch wollte ich mich hier noch mal aufs neue am Fels probieren – was auch ganz gut geklappt hat. Die Ausblicke von oben waren jedenfalls wirklich phantastisch!



Weekend #5: Tararua Southern Crossing

Einer der Klassiker im Tararua Forest Park ist das Southern Crossing, bei welchem man die Tararuas von Kaitike nach Otaki Forks in Ost-West Richtung überquert. Eine ziemliche Strecke, bei der man nach Möglichkeit gutes Wetter haben will: schließlich soll man angeblich sogar Blick bis auf die Südinsel haben. So richtig perfekt schaute es nun nicht aus, aber da das Wetter zum Winter hin nicht wirklich besser wird und auch schon bald keine Sommerzeit mehr ist, haben wir es nun endlich durchgezogen. Samstag morgen um 5:30 Uhr hieß es also aufstehen, um mit Steve, Erich und Joost den östlichen Teil entlang des Merchant Ridge in Angriff zu nehmen. Eine Wanderung durch Wald, bis man Wurzeln und knorrige Bäume nicht mehr sehen konnte, aber den einen oder anderen guten Ausblick auf die Umgebung gab es trotzdem. Wir kamen noch rechtzeitig vor dem Regen an der Alpha Hut an, aber Marco und Melanie, die aus der anderen Richtung kamen, hatten nicht ganz so viel Glück. Sie waren insgesamt 11h in Wolken unterwegs und haben uns da schon so ein bisschen Angst eingejagt. Deswegen war der Start für den nächsten Morgen auch schon für 7:30 Uhr angesetzt. Die ersten 4h bis zur Kime Hut ging es ebenfalls durch dichte Wolken – mit viel Wind, Regen und Schlamm bis zum Umfallen (im wahrsten Sinne des Wortes...). Ich war komplett fertig und durchgefroren als irgendwann die Hütte aus dem Grau auftauchte, so dass ich einfach nur heilfroh war, dass ich mir diverse Klamotten von den anderen ausborgen konnte und langsam wieder auftauen konnte. Für den Rest des Tramps sind die Wolken dann verschwunden und das hat dann für alles davor mehr als entschädigt: man hatte Blick bis zum Meer und konnte dort sogar Kapiti Island sehen. Dank dem ordentlichen Tempo, welches die Jungs vorgelegt haben, waren wir dann sogar schon nach 8,5h am Parkplatz angelangt. Und dann hieß es: Morgen ist endlich wieder Montag - morgen darf ich endlich mal wieder ausschlafen...



Dieses Wochenende werde ich zur Abwechslung wohl mal zu Hause bleiben und mir den Luxus gönnen, am Montag im Labor nicht komisch angeschaut zu werden, weil ich entweder ständig am Beine stretchen bin oder kaum meine Zellen füttern kann, da mir die Pipette fast aus der Hand fällt...