Wie schon im letzten Blogeintrag angekündigt, bin ich nun am vergangenen Wochenende zum ersten Mal so richtig aus Palmerston rausgekommen, da es mit ein paar Leuten vom MUAC auf eine Wanderung zur Waiopehu Hut in die Tararuas ging. Der südlichen Teil der Nordinsel wird von zwei Gebirgszügen in zwei Teile geteilt. Und in dem einen, den Tararuas, waren wir nun unterwegs.
Da ich ja aus Deutschland kaum Sachen fürs Wandern mitgebracht hatte, bin ich am Freitag erstmal mit einer Freundin in die Outdoor-Stores der Stadt, um noch die nötigsten Sachen zu besorgen. So ohne Schlafsack und Wanderhose macht sich das ja dann doch nicht so gut... Nachdem auch die Futtervorräte mit Brötchen, Frühstücksfleisch („Spam“) und Schokolade aufgefüllt wurden, ging es dann Samstag morgen um 8 mit den Autos gen Süden. Nach knapp einer Stunde Fahrt vorbei an ganz vielen Schafen auf der einen und den Bergen auf der anderen Seite waren wir auch schon da. Noch fix die Rucksack-Regenhüllen rausgeholt („werden sie ja eh nicht lange brauchen; hört bestimmt bald auf mit regnen...“ - denkste!) und los gings.
Um zum eigentlichen Beginn des Tracks zu gelangen, musste man erstmal eine große Kuhweide überqueren, bei der man sich schonmal beim „finde-den-einzigen-trockenen-Fleck-in-10m Umkreis“-Spiel erproben konnte... :) Die dabei gewonnenen Kenntnisse sollten im Laufe des Tages noch recht nützlich sein, denn der Regen wollte nicht so wirklich aufhören. Doch trotz der durchdringenden Nässe war der Track einfach phänomenal. Die Tararuas haben für mich fast eher den Anschein von Regenwald: überall sind Pflanzen, die man vorher noch nie gesehen hat und alles ist von Moosen überwachsen, so dass es schon fast ein bisschen geisterwaldmäßig ausschaut. Manchmal ist der Wald sogar so dicht gewesen, dass es fast stockfinster war! Da man eigentlich fast die gesamte Zeitmitten im Wald unterwegs war, gab es sowieso nur wenig Aussichtspunkte und wenn es welche gab, dann sah man da auch nur Wolken, was ein bisschen schade war. Bei schönem Wetter soll man nämlich teilweise die Küste und sogar die Südinsel sehen können.
Nach sechs Stunden Wanderung durch den Wald, wobei die Wege gegen Ende hin eher wie Flüsse aussahen und wir uns durchaus gefragt haben, ob wir überhaupt noch auf dem richtigen Weg waren, tauchte dann irgendwann aus dem Nebel die Waiopehu-Hütte auf. Da inzwischen eigentlich alle bis auf die Knochen durchnässt waren, konnten wir uns bei dem Anblick die Freudenschreie gar nicht verkneifen :) Auch wenn es weder Heizung noch warmes Wasser gab: endlich konnte man aus den Schlammschuhen und den nassen Sachen raus, sich was trockenes anziehen und sich im Schlafsack eingemummelt an den Tisch setzen, um den Rest des Tages mit Essen, Kartenspielen und Gesprächen über den Unterschied zwischen „longdrop“ und „shortdrop“ zu verbringen (Anmerkung: longdrop=Plumpsklo mit entsprechender Fallhöhe, shortdrop=Dixiklo nach 3 Tagen Benutzung...)
Nach einer gar nicht so kalten Nacht und einem kurzen Frühstück musste man dann wohl oder übel wieder in die Klamotten vom Vortag rein und los gings. Und es war zwar neblig, aber: es regnete nicht! So mussten wir uns auf dem Rückweg also „nur“ durch Schlammsümpfe und nicht durch Flussbette kämpfen... :) So ganz ohne Kapuze konnte man jetzt auch mal richtig den Wald bestaunen, welcher bei schönem Wetter bestimmt nochmal um einiges eindrucksvoller ist.
Fazit: ein wunderbarer Auftakt in die Zeit in Aotearoa (Maori für 'Land der langen weißen Wolke'). In den Tararuas werde ich nicht das letzte Mal gewesen sein... :)
3 Kommentare:
hey du wandermaus,
das klingt alles wahnsinnig spannend und vielversprechend was du da schreibst. wir hoffen du bist dann irgendwann wieder trocken und nicht erkaeltet in deinem zimmer angekommen :-)
schreib weiter fleissig was du erlebst, sind schon gespannt auf den naechsten eintrag!
viele liebe gruesse aus dem wesentlich waermeren thailand wuenschen
ralf und uli
Hey ihr beiden!
Ja, bis jetzt bin ich zum Glück noch nicht krank geworden... :)
Irgendwie scheint es hier echt fast jeden Tag zu regnen und ich werd immer neidisch wenn ich eure Sonnenschein-Berichte so lese. Wünsch euch noch ganz viel Spaß bei eurem Urlaub!
LG Julchen
hey julchen,
das klingt super, und das foto sieht wirklich ein bisschen nach regenwald aus. apropos regenwald: blöd für dich, das mit dem regen, tut mir wirklich leid. du könntest ihn mal ein bisschen in unsere richtung schicken, denn die unheimlich heißen 34° hier in der heimat sind nicht grad so der knaller... ich schick' dir mal ein bisschen sonne rüber!
auf alle fälle freu' ich mich schon auf die ganzen bilder!
viele liebe grüße aus der heimat,
theres
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