Sonntag, 14. Dezember 2008

Auckland, Bay of Islands und Cape Reinga Walkway

Nach ein paar abwechslungsreichen Grossstadttagen in Auckland hiess unser naechstes grosses Ziel Bay of Islands. Schon im so genannten Northland gelegen hatten wir bis dorthin erstmal einen ziemlichen Fahrtag vor uns. Nach einem Lunchstop in Whangarei und einer kleinen Wanderung zu den Whangarei Falls ging es in Richtung Kawakawa, wo Hundertwasser einige Zeit verbracht hat. Aus diesem Grund gab es dort die beruehmten Hundertwasser-Toiletten, die ich mir natuerlich nicht entgehen lassen wollte. Klar, letztendlich waren das auch nur Klos, aber eben nicht nur Long Drops, sondern richtig tolle Toiletten... :) Gleich um die Ecke von Kawakawa war dann auch schon Paihia, wo wir die naechsten zwei Tage verbringen sollten.

Den ersten Tag haben wir recht faul mit einem mini-Stadtbummel, einem gemuetlichem Lunch auf der Hostel-Veranda (in Gesellschaft des zutraulichen miauenden Papageies) und mit einem guten Buch am Strand verbracht. Am naechsten Tag ging es dann Seakajaken – etwas, auf das ich mich schon ewig gefreut hatte. Gleich ganz zeitig sind Julia und ich zum Bootsverleih, haben uns die Boote geholt und sind losgepaddelt. Vorbei an der Stadt, einem kleinen Segelboothafen und vielen kleinen Buchten ging es zu einem einsamen Strand, wo wir im glasklaren Wasser erstmal eine Runde schwimmen gegangen sind. Einfach traumhaft! Irgendwie hab ich mir Neuseeland genau so vorgestellt, bevor ich hierher kam. Auf dem Weg zurueck ist dann maechtig Gegenwind aufgekommen, so dass wir uns maechtig ins Zeug legen mussten, um ueberhaupt irgendwie vorwaerts zu kommen. Gegen Ende kamen die (bedrohlich starken Wellen) auch noch von der Seite, so dass wir recht froh waren, am Ende nicht noch ein unfreiwilliges Bad nehmen zu muessen. Auf jeden Fall hat die Tour wieder Lust auf mehr gemacht und es wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich hier auf dem Wasser meine Runden drehe. Am Bootsverleih wartete dann schon Ajit, der Julia mit einem Kurzbesuch ueberraschen wollte, was auch gelungen ist. Die beiden haben dann die naechsten beiden Tage allein verbracht, waehrend Doerthe und ich mit vielen Abstechern zu diversen Straenden langsam Richtung Norden gefahren sind, wo wir uns dann alle auf einem Zeltplatz wieder getroffen haben.

Zuvor hatte man uns schon vor den aggressiven Muecken in Northland gewarnt, aber so krass wie es letztendlich war, hatten wir es nun wirklich nicht werwartet. Sobald die Daemmerung aufkam, schwirrten sie einem um den gesamten Koerper und auch das Auto haben sie in Nullkommanix voll in Beschlag genommen. Unser Zeltrevier konnten wir zum Glueck ganz gut verteidigen, aber ohne Ohropax waere man von dem Gebrumme der 200 Muecken zwischen Innen- und Aussenzelt wohl wahnsinnig geworden.. Die Muecken im Spreewald sind Kinderkram dagegen... In den naechsten Tagen sollten wir noch die absolten Lieblingsopfer bleiben, so dass ich letztendlich am ganzen Koerper komplett zerstochen worden bin. Dank paddelbedingtem Sonnenbrand auf den Oberschenkeln (mit attraktiver Radlerhose-Kante...) und den 1001 Stichen muss ich zur Zeit wohl einen ziemlich komischen Anblick abgeben...

Ihr merkt schon, die Muecken haben dort einen ziemlichen Eindruck hinterlassen. Aber trotzdem haben wir den dreitaegigen Cape Reinga Coastal Walkway richtig geniessen koennen. Die meisten Touris fahren einfach nur zum Leuchtturm in Cape Reinga und wieder zurueck, so dass wir auf der Wanderung nahezu komplett alleine unterwegs waren. Gepraegt war diese Tour von langen Strecken Strandwanderung, was mitunter ziemlich anstrengend werden kann. Man merkt dann Muskeln, von denen man vorher noch gar nichts gemerkt hat... In der ersten Nacht haben wir unser Zelt mit Blick auf das Cape Maria van Diemen aufgestellt, welches der eigentlich noerdlichste Punkt Neuseelands ist, auch wenn die meisten glauben, dass Cape Reinga diesen Status besitzt. Am zweiten Tag ging es dann ueber den Te Werahi Beach und Cape Reinga zur Tapotupotu Bay. Dank mehrfachen Umwegen wegen schlechter Beschilderung waren mehr als fertig, als wir vom Ridge die Bucht erblickten. Doch der Blick darauf entschädigte für alle Strapazen. Einfach traumhaft mit den feuerrot blühenden Pohutukawa Trees drum herum… Am letzten Tag sind wir glücklicherweise um lange Strecken am Strand herumgekommen und da die Sonne zum Glück nicht ganz so krass auf den Kopf knallte, hat man die lange 8h-Etappe ganz gut ausgehalten.

Damit war unsere Reise auf der Nordinsel quasi zu Ende und wir sind gemuetlich innerhalb von 2 Tagen wieder zurück nach Palmy gefahren. Ich habe es richtig genossen mal wieder zu Hause zu sein und nicht jeden Tag das Nachtlager wechseln u muessen. Man hatte auch endlich mal wieder ein bisschen Zeit ein paar organisatorische Sachen zu erledigen und Leute wieder zu treffe. Was das angeht ist Palmy wirklich ein Dorf. Ständig hat man Freunde in der Stadt getroffen, die auch gerade hier auf Durchgangsstation sind bzw. hier noch Praktikum machen oder arbeiten muessen. Gestern abend haben wir uns deshalb nochmal alle im Celtic’s getroffen, wo eine Liveband gespielt hat und am Ende alle in der kleinen Gasse draussen getanzt haben. Das hat gefetzt! Heute gab‘s dann noch bei Alexandra, in deren Garten ich gerade beim Zelt aufgeschlagen habe, eine BBQ-„MeatMas“ Party (in Anlehnung an ChristMas), vor der wir vorher nochmal eine Runde im Pool schwimmen waren. Trotz Weihnachtsdeko in der ganzen Stadt kommt es mir im Moment nicht so vor, als ob in 10 Tagen Weihnachten ist…

Morgen geht’s dann weiter nach Wellington, von wo ich dann am Dienstag mit der Fähre auf die Südinsel fahre. Dort mache ich dann ersteinmal den Queen Charlotte Track in den Marlborough Sounds, bevor ich mich mit Julia und Ajit wiedertreffe und wir dann (wahrscheinlich irgendwo in der Naehe von Abel Tasman NP) zusammen Weihnachten verbringen.

Ich wünsch euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Bis bald,
Jule

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