Nach den ganzen Auto-Abenteuern war ich einfach nur heilfroh, als ich endlich wieder aus Dunedin verschwinden konnte. Es ging dann in Richtung Catlins, wo ich mich wieder mit Doerthe getroffen hatte, die einen Track auf Stewart Island gemacht hatte. Da muss es wirklich wunderschoen sein und so im Nachhinein bereue ich es so ein bisschen, dass ich mir das habe entgehen lassen. Das kommt aber mit auf meine "Das mach ich bei der naechsten Neuseelandreise"-Liste (die mittlerweile schon ziemlich lang ist...) Die Catlins selber waren jetzt nicht sooo spannend, aber immerhin haben wir dort ein paar der Yellow-Eyed Penguins gesehen. Wirklich drollig, wie die mit der Daemmerung irgendwann aus dem Meer gewatschelt kommen.
Der grosse Traum von Doerthe und mir war es, den Humpridge Track ganz im Sueden von Fjordland zu machen. Aber da das ein privater "Great Walk" ist, bei welchem man fuer die Huetten ziemlich blechen muss und wir uns da auch nicht anders reinmogeln konnten, haben wir alternativ einen Teil des South Coast Track gemacht, der sich mit dem Humpridge Track teilweise deckt. Der Weg nach Port Craig, einer ehemaligen "Timber Town", wo wir im ehemaligen Schulhaus geschlafen haben, war wirklich extrem abwechslungsreich: kleine felsgesaeumte Straende, uriger Regenwald, man hatte alles! Es gibt wirklich nichts besseres, als waehrend der Wanderung, wenn man total durchgeschwitzt ist, kurz ins Meer zu springen! Das einzige Nervige bei sowas ist, dass einen die Sandflies quasi aufgefressen haben, bevor man wieder angezogen ist und sich eine Ladung Bushman (Insektenabwehrmittel, gaaaanz fieses Zeug...)auf Gesicht und Arme geschmiert hat. Fuer alle ohne Sandfly-Erfahrung: Das sind an harmlose Obstfliegen erinnernde Flieglein, die es aber faustdick hinter den Ohren haben. Die Stiche bluten teilweise, krabbeln wie wahnsinnig und gehen auch ewig nicht weg. Muecken im Spreewald sind harmlos dagegen...! Wie oft war ich froh ueber meine dicken Socken, wenn mal wieder an die 30 Sandflies auf einem einzigen Fuss sassen... :)
Aber zurueck zum Southcoast Track: am zweiten Tag ist Doerthe hoch auf das Hump Ridge geklettert, von wo man aus wohl einen genialen Blick ueber Fjordland und das Meer haben soll. Da das eine ziemliche Tour war und meine Knie und Knoechel mal wieder etwas gemuckert haben, bin ich nur zum Percy Burn Viaduct (dem groessten noch stehenden Holzviadukt der Welt) mitgekommen und dann wieder zurueck zu unserem School House. Und da die Welt ja ein Dorf ist, sollte dort fuer diese Nacht noch ein Marburger naechtigen... Ist schon lustig, wenn man sich mal wieder ueber die Neuigkeiten vom Niederweimarer See und Co. austauschen kann :) Am dritten Tag ging es dann wieder zurueck in Richtung Auto, wo wir am Ende noch mal so richtig schoen eingeregnet worden sind. What else do u expect? Aber mit dem Gedanken, dass die heisse Hostel-Dusche nicht mehr weit ist, ertraegt man es doch gleich viel leichter, wenn man nach und nach bis auf die Unterwaesche durchweicht... ;)
Greenstone-Caples Track, Rockburn-Sugarloaf Track
Vom South Coast Track aus ging es erstmal ein ganzes Stueck in Richtung Norden, und zwar nach Queenstown. Ich war zwar vorgewarnt, dass es da vor "Adrealin-Touris" nur so wimmelt, aber der Zivilisationsschock war dann doch recht gross... Die Stadt selber ist wunderschoen gelegen: direkt am Lake Wakatipu und eingerahmt von Bergen, aber nach 2h hatte ich schon mehr als genug und wollte einfach nur noch weg. Deshalb sind wir dann nach Glenorchy gefahren, welches am noerdlichen Endes des selben Sees liegt.
Von hier aus ging es dann am naechsten Tag auf den Greenstone-Caples Track. Und so im Nachhinein kann ich sagen, dass das bisher mein allerliebster Mehrtagestramp war. Im Prinzip fuehrte der Track durch das Caples-Tal, ueber den McKellar Saddle und dann durch das Greenstone-Tal zurueck zum Ausgangspunkt. Zur Abwechslung mal ein Track ohne wirkliche "Hammerabschnitte"; einfach zum Geniessen eben. So ein bisschen hat es von der Landschaft her an Suedtirol errinnert, aber wie auch immer: es war einfach wunderschoen! Hoehepunkt war die letzte Nacht in der Greenstone Hut, von wo aus man einen phantastischen Blick ueber das Greenstone Tal und die Greenstone Schlucht hatte und man nachts mal wieder toll Sterne beobachten konnte. So ganz ohne "Lichtverschmutzung" ist der Sternenhimmel hier einfach ueberwaeltigend!
Weil wir einfach nicht genug vom Trampen kriegen konnten, ging es gleich am naechsten Tag auf den naechsten Tramp: Rockburn-Sugarloaf-Track! Der erse Tag war nicht wirklich lang, so dass wir noch eine ganze Weile faul am Lake Sylvan liegen konnten und uns beim Schmoeckern die Sonne auf den Leib haben scheinen lassen. Der Track selber hatte es allerdings mal wieder in sich: War wohl eher eine Route als ein Track, denn die Marker musste man echt suchen und umgefallene Baeume und Suempfe waren mal wieder reichlich. Und da ich ja auch so ein bisschen das Talent habe, jeden Ast mitzunehmen, den ich finden kann, hab ich mir hier die naechste blutende Wunde geholt. Immerhin nicht ganz so schlimm wie der riesige Bluterguss am linken Oberschenkel vom Greenstone Track, dessen Farbwechsel recht beeindruckend waren. Am besten fand ich die dunkelblaue Variante mit den 3 dicken dunkelvioletten Streifen... ;) Zusammen mit den tausenden Sandly-Stich-Narben und diversen Sonnenbrandraendern macht das meine Stelzen gerade absolut bikinitauglich...
Die Rockburn Hut lag direkt an einem tuerkisen Pool des Rockburn-Flusses mit den Bergen im Hintergrund, einfach traumhaft. Die Huette selber war nicht ganz so der Hit; hat mich eher an einen verfallenen Bunker errinnert... Aber man kann ja nicht immer Glueck mit den Huetten haben. Am naechsten Tag fuehrte der Weg, der nicht viel besser als am Vortag war, Huegel bergauf und bergab zum Sugarloaf-Pass und dann zurueck zum Carpark. Irgendwie war das nicht ganz so mein Tag und als ich dann an einer Stelle, wo der Weg so schlecht war, dass man eine 4m Erdwand hochklettern musste, auch noch ziemlich boese abgerutscht bin, hab ich mich schon gefragt, warum ich mir das eigentlich antue. Aber naja, habs ueberlebt und die naechsten schoenen Tramps haben schon auf mich gewartet :)
Mit diesen Tramps im Mt. Aspiring Nationalpark sollte die gemeinsame Reisezeit mit Doerthe ihren Abschluss gefunden haben. Von nun an sollte sie mit ihren Eltern reisen und fuer mich hiess es, die verbliebenen knapp 3 Wochen so intensiv wie moeglich alleine reisend zu nutzen. Miss you my hut-buddy :)!
Inzwischen bin ich schon seit einer Woche alleine unterwegs und die letzte Woche war einfach phaenomenal. Aber dazu mehr beim naechsten Eintrag...
Euch alles Liebe,
Julchen
(P.S.: hab meine Zusage fuer mein Zimmer fuers nachste Semester bekommen und hab somit auch schon meine neue Adresse. Hat sich allerdings nur die Zimmernummer geaendert: Juliane Neubert, 19 Ruahine Flats, PB 11222, Palmerston North, NZ)
1 Kommentar:
Happy Birthday, mein Julchen!!! Ich wünsche dir nur das Beste!!!
Du lebst ja abenteuerlich. Lass es dir gut gehen. Freu mich schon, wenn wir uns
live gegenübersitzen. Es gibt viel zu erzählen. Alles Liebe, ich denk an dich! deine Sanni
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