Vom Carpark aus ging es erstmal rund 200 Höhenmeter zurück runter zum Lake Rotoiti, an dessen Ufer es dann zum Südende des Sees ging. Von da aus schlängelte sich der Weg durch das reizvolle Travers Valley zur John Tait Hut, wo der erste Tag enden sollte. Dummerweise hatte ich meine Boots in Christchurch reparieren lassen und das extra Leder im Fersenbereich sollte mir gleich am ersten Tag mit einer dicken fetten blutenden Blase einen kleinen Dämpfer versetzten. Ich hatte schon Angst, dass ich den Track deswegen abbrechen müsste, aber dank massenhaft Pflaster wurde es in den nächsten Tagen zum Glück immer besser. Der zweite Tag sollte mich zur Upper Travers Hut führen, welche direkt unterhalb des Travers Sattels liegt und bei der ich es mir mit einer Tasse Tee und einem wunderbaren Blick zurück ins Travers Valley auf der Veranda bequem machen konnte. Nachts gab es Vollmond und besten Sternenhimmel, was mein einziger Hüttengenosse für diese Nacht dazu genutzt hat, gleich ganz draußen zu schlafen. War ja aber auch genial da...
Das Überqueren des Travers Saddles am dritten Tag war eines der Highlights des Tracks: Das Travers Valley auf der einen Seite, Mt. Travers gleich nebenan und das mit Federwolken „dekorierte“ Sabine Valley auf der anderen Seite – geniale Blicke hatte man von da aus. Vom Sattel aus führte ein verdammt steiles Schotterfeld nach unten zum East Sabine River. Die 1000m auf dem rutschigen Gravel hätte ich da nicht hochlaufen wollen... Am vierten Tag ging es dann entlang des Sabine Rivers von der West Sabine zur Sabine Hut, welche direkt am Lake Rotoroa gelegen ist. Wunderbarer Seeblick mit schönem Sonnenuntergang, aber mal wieder viel zu viele Sandflies, um den in Ruhe geniessen zu können.
Für den nächsten Tag gab es zwei verschiedene Möglichkeiten: entweder direkt über die Cedric Route zur Angelus Hut, wo das Schild mit einem Pfeil nach oben (und nicht etwa einfach nach links oder rechts...) schon mal andeutete, dass das nicht wirklich ein Sonntagsspaziergang werden sollte. Ich aber entschied mich für die Weichei-Variante zur Speargrass Hut. Eigentlich wollte ich es für den Tag auch dabei belassen, aber da ich Energie ohne Ende hatte und das Wetter schon viel zu lange viel zu schön war um länger so zu bleiben entschied ich mich dafür, dann gleich noch entlang des Speargrass Creeks hoch zur Angelus Hut zu wandern. Das war dann auch eine gute Entscheidung, denn ich kam gerade noch rechtzeitig an, bevor die Wolken einzogen und man kaum zum anderen Ende des Lake Angelus schauen konnte. Für meinen Geburtstag hatte ich dann eigentlich geplant einen Tagestrip zum Mount Angelus zu machen, aber dank Dauerregen ist daraus dann doch nichts geworden. Etwas schade, aber dank richtig netter Gesellschaft, einem Set Karten und einem Topf Popkorn von der Hüttenwärterin (nach 5 Tagen Couscous, Tuna and Dried Vegetables kommt einem das vor wie im Paradies...) wurde das trotzdem ein fabelhafter Tag.
Glücklicherweise ist der Wolkenhimmel dann am nächsten Tag wieder aufgerissen, so dass ich mit 5 von den Kerlen über die Robert Ridge rauslaufen konnte. Das war auch noch eine ziemliche Aktion, denn einer hatte sich den Knöchel verknackst und ein anderer hatte die Nacht auf dem Plumpsklo verbracht und sich davon noch nicht so wirklich erholt. Aber trotz allem haben wir die Truppe sicher vom Berg runter bekommen, um dann auf dem Parkplatz wieder angekommen noch diverse Tramper wieder zu sehen, die ich während der vergangenen Tage auf dem Track getroffen hatte.
Da kam dann schon so ein bisschen Wehmut auf, den mit dieser Wanderung sollte der Sommer sein Ende nehmen. Am nächsten Tag ging dann meine Fähre zurück nach Wellington, von wo aus es dann wieder nach Hause nach Palmy ging. Ja richtig: nach Hause! Der Sommer und das Reisen waren wirklich fabelhaft - doch jetzt freute ich mich auch wieder riesig auf die kommende Zeit im vertrauten Palmy.
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